Regenschutz mit Nachwirkungen? Die Sache mit den PFC

pfc-storyWer gerne draußen in der Natur ist, hat meist auch das Bedürfnis, sie zu schützen. Ironischerweise ist genau die Kleidung, die es uns ermöglicht, unserer Leidenschaft nachzugehen, oft mit umweltverschmutzender Chemie versehen. Besondere Übeltäter sind per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC), die wasserdichten Jacken ihre öl- und wasserabweisenden Eigenschaften verleihen.

Seit Greenpeace 2012 mit dem Bericht „Chemie für jedes Wetter“ die Outdoor-Industrie dazu aufforderte, PFC komplett aus ihren Produktionsketten zu streichen, bemühen sich viele Marken, eine leistungsstarke Alternative zu finden. Die bisher häufigste „Lösung“ ist der Umstieg von langkettigen C8-PFC, die als toxisch und bioakkumulativ erwiesen sind, auf kurzkettige C6-PFC, die sich weniger im menschlichen und tierischen Körper anreichern können.

Was sind PFC?

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PFC sind künstlich erstellte Chemikalien aus Fluor-Kohlenstoffketten verschiedener Längen. Diese Bindungen sind so stabil, dass sie biologisch kaum oder gar nicht abbaubar sind. Sie gelangen schnell ins Grundwasser und können sich in der Nahrungskette anreichern. Die bekanntesten PFC wie PFOS und PFOA sind krebserregend und fortplanzungschädigend. Sie finden sich im menschlichen Blut und Muttermilch, und sogar im Lebergewebe grönländischer Eisbären¹.

Was ist der Unterschied zwischen C8- und C6-PFC?

PFOS und PFOA sind C8-PFC; ihr Grundgerüst besteht aus 8 Kohlenstoffen. Die C6-PFC sind ihnen im Aufbau nahezu identisch, nur haben sie zwei Kohlenstoffe weniger. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich C6-PFC im Körper von Menschen und Tieren anreichern ist geringer, aber sie sind besser wasserlöslich und geraten dadurch schneller ins Grundwasser. Dort sind sie genauso persistent wie ihre langkettigen Brüder. Aufgrund ihrer hohen Stabilität und möglichen Verunreinigungen von Trink- und Grundwasser bewertet das Umweltbundesamt kurzkettige PFC wie C6 nicht als umweltverträgliche Ersatzstoffe. Wer die Natur erkunden möchte, ohne Sie mit künstlicher Chemie zu verschmutzen, sollte auf Kleidung mit PFC Behandlungen jeder Art verzichten.

Wie kann ich PFC-haltige Outdoorbekleidung vermeiden?

Leider sind PFC mittlerweile so in der Umwelt verbreitet, dass sogar das Wasser, das wir aus dem Wasserhahn trinken, ein kleines Maß an Verschmutzung enthält. Dieser Grad der Verunreinigung kann nicht vermieden werden. Allerdings gibt es viele PFC-freie Technologien und Testmethoden, die Fluorgrenzwerte messen können, um die Anwesehnheit von PFC zu kontrollieren.

Wie gewährleistet Páramo, dass seine Outdoorkleidung keine PFC enthält?

Alle in Deutschland erhältlichen Produkte von Páramo beruhen auf die PFC-freie Nikwax Analogy Textiltechnologie. Dass unsere Textilien in der gesamten Lieferkette nie mit PFC behandelt werden, gewährleisten wir durch sehr strenge Anforderungen an unsere Lieferanten und rigorose Fluoranalysen, die wir bei jeder einzelnen Stoffmenge durchführen, die wir bestellen. Außerdem benutzen wir ausschießlich unsere langbewährte, PFC-freie Nikwax Imprägnierung, auf die wir vertrauen.

Mehr Informationen über PFC und ihre Auswirkungen bietet das Umweltbundesamt.

¹ Umweltbundesamt. “PER- UND POLYFLUORIERTE CHEMIKALIEN. Einträge vermeiden – Umwelt schützen“ Umweltbundesamt, Juli 2009. (hier online erhältlich).

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