Patagonia Expedition Race Nachbericht

lupispuma.comWir rasten auf Mountainbikes in Begleitung der Polizei auf die Ziellinie in Punta Arenas zu. Es war einfach surreal – eine schlagartige Rückkehr in die Zivilisation nach einem achttägigen Rennen durch einige der wildesten, entferntesten Landschaften der Welt. Als mich unser Teamleiter fragte, ob ich nicht Lust auf ein Rennen in Patagonien hätte, sagte ich sofort zu. Patagonien ist mythischer Ort mit einsamen Berglandschaften und extrem wechselhaftem Wetter. Das, und die Tatsache, dass dieses Rennen als eines der schwersten gilt, war für mich Grund genug um die Herausforderung anzunehmen. Trekking">lupispuma.comDas Rennen begann mit einer Wettkampfbesprechung. Spekulationen über die Rennstrecke wurden beendet, nun hieß es planen und packen. Es ist erstaunlich, wie viel Essen für ein Rennen diesen Ausmaßes benötigt wird! Uns erwarteten zwei lange Trekking – Touren durch schwierige Berglandschaften mit Flussüberquerungen und dicht bewachsene Wälder. Wir mussten mit extrem wechselhaftem Wetter rechnen. Außerdem wurde dieses Jahr eine neue Etappe hinzugefügt: eine 12km lange Eiskappenwanderung mit einer extrem komplizierten Routenfindung.

Chris Near in the dense forest on the last trekking part of the race. Photo: Ulrik Hasemann">Chris Near in the dense forest on the last trekking part of the race. Photo: Ulrik Hasemann

Chris Near in the dense forest on the last trekking part of the race. Photo: Ulrik Hasemann

Unsere Strategie war es, mit den anderen Gruppen zusammenzuhalten. Das ging schief – für die 120km Tour durch die Torres Del Paines waren wir alleine unterwegs. Wir rutschten immer wieder hinter unserer geplanten Zeit (mit ernsthaften Nachfolgen für unsere Essensvorräte!), aufgrund des extremen Terrains und des sich stets verschlechternden Wetters. Zum Glück schafften wir es noch rechtzeitig zum nächsten Checkpoint bevor uns kompett das Essen ausging. Es folgten ein paar Mountainbike Fahrten. Dann kam direkt eine 46km lange Trekkingtour durch extrem dichtes Gebüsch. Die Strecke führte uns zu einem hohen Gebirgspass. Wir kamen genau an, als es zum Schneien anfing. Einfach magisch! Im Anschluss kam eine nächtliche Mountainbike-Fahrt – 160km lang. Die perfekte Gelegenheit, unseren Vorsprung zu vergrößern, denn einige Teams waren noch mit dem Trekking beschäftigt. Langsam aber sicher näherten wir uns dem nächsten Checkpoint. Als wir am Strand entlang fuhren, überraschte uns ein Stinktier und besprühte Mark aus kürzester Entfernung. Der Gestank verfolgte uns noch bis zum Schluss des Rennens! ">C1302JL-6024-optDer letzte Abschnitt war der schlimmste – eine 90km lange Trekkingtour mit Klettereinheiten beim überqueren einer Gebirgskette. Zum Glück waren wir für das kalte, nasse Wetter bestens vorbereitet, denn für uns kam keine andere Marke in Frage als Páramo. Tagsüber kamen wir schnell voran; nachts mussten wir uns langsamer durch das dicht bewachsene Terrain bewegen. Wir verbrachten zwei Nächte im Freien; in der zweiten Nacht schliefen wir in so großer Höhe, dass Schnee auf dem Boden lag. Die weißen Berge malten eine dramatische Kulisse bis wir schlussendlich auf Meereshöhe ankamen. Am nächsten Morgen brachen wir auf, um als Gewinner die Schlussstrecke zurück nach Punta Arenas zu bezwingen. lupispuma.comWir wussten alle, dass ein Rennen dieser Art die robuste Kleidung von Páramo verlangte, um uns in allen Bedingungen trocken und warm zu halten. Jeder trug ein breites Lächeln – wir haben so oft davon geschwärmt, wie toll diese Kleidung einfach ist. Das war wahrscheinlich einer der härtesten Tests an die Ausdauer eines Menschen und seiner Ausrüstung. Chris Near Patagonia Expedition Race Gewinner 2013

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