Fotografieren im Schnee

Radomir Jakubowski-1Es sind noch drei Stunden bis Sonnenaufgang, der Wecker klingelt. Meine Nase ist kalt und ich weiß, wenn ich mich jetzt aus meinem Schlafsack rollen werde, wird es den ganzen Tag über nur noch kälter werden. Warum also aufstehen? Ach ja, stimmt: weil ich die Naturfotografie liebe und heute das besondere Foto machen möchte. In den nächsten Minuten geht alles so schnell – dick einpacken; okay, lieber noch dicker einpacken; so viele Schokoriegel wie möglich aufessen; die Kopflampe, sowie die Schneeschuhe anziehen. Es kann also losgehen – der Tag kann beginnen. Nach einem Marsch durch den Tiefschnee, entlang eines Bergkammes, ist es immer noch finstere Nacht und ich erreiche mein Ziel: den Balzplatz der Birkhühner. Ein hochsensibler Ort, an dem ich aufpassen muss, die Tiere nicht zu stören. Hier heißt es nun Tarnung und Fotoequipment aufbauen und auf die Motive warten.

Radomir Jakubowski-5Ich sitze und beobachte. Es ist noch dunkel, doch langsam beginnt es zu dämmern. Bereits am Vortag habe ich an dieser Stelle die Balzspuren der Vögel im Schnee gefunden und so bin ich guter Dinge, dass ich an diesem Tag die Fotos schießen kann, die ich mir vorstelle. So motiviert warte ich und bevor es richtig hell ist, merke ich bereits, wie die Kälte durch jede Ritze meiner Kleidung strömen möchte. Der Tag bricht an und ich habe noch nichts gesehen, nicht einmal den typischen Balzruf vernommen…doch ich rede mir ein, „bestimmt passiert gleich etwas, gleich taucht mein Motiv auf. Gleich fliegen die seltenen Birkhühner ein und balzen vor meiner Kamera. “ Ich bilde mir ein, hinter jedem Baum, hinter jeder Schneeverwehung mein Motiv erkennen zu können und so bleibe ich hoch konzentriert, doch die Motivation schwindet. Nach einigen Stunden hat sich immer noch nichts getan, lediglich ein paar Fichtenkreuzschnäbel scheinen mich ein paar Bäume weiter zu verspotten, also esse ich eine Kleinigkeit und hoffe weiter. Doch es passiert nichts, es ist langweilig und spannend zugleich, denn jeden Moment könnte etwas passieren. Doch an diesem Tag geschieht nichts, und so beende ich am Abend meinen Arbeitstag und kehre zurück zu meinem Schlafsack, wo mich mein Gaskocher und eine Packung Fertignudeln erwarten. Irgendwie frustrierend, aber so sieht der Tag eines Tierfotografen in der Regel nun einmal aus.

Radomir Jakubowski-3Doch so frustrierend wie solche Momente auch sein mögen, ich liebe es meine Zeit draußen in der Natur verbringen zu dürfen und an meinen Naturfotoprojekten arbeiten zu können. Besonders spannend finde ich das Fotografieren im Schnee. Auf der einen Seite finde ich die Reduktion meiner Motive auf das Wesentliche, also auf weiß und ein paar Farbakzente, faszinierend; auf der anderen Seite die Herausforderungen an Mensch und Material. Ihr müsst euch vorstellen: alleine die Fotoausrüstung wiegt schnell 20kg und dann habe ich noch nichts zu Essen oder zum Schlafen transportiert. Zudem kommt man im Tiefschnee sehr schnell an seine konditionellen Grenzen und gerade das ist es, was mir besondere Freude bereitet. Der Spaß am Draußensein, am Sport, kombiniert mit meiner großen Leidenschaft der Fotografie. Die hier gezeigten Bilder sind natürlich nicht während einer Tour aufgenommen, sondern entstanden wie alle meine Bilder im Laufe der Zeit während vieler toller Touren, während zahlreicher Projekte, die ich fotografiert und realisiert habe. Gerade bei der Tierfotografie ist es besonders wichtig, auf die Natur zu achten, denn im Winter müssen Tiere sehr genau mit ihrer Energie haushalten, sodass jede Störung der Tiere gleichzeitig eine große Belastung für sie darstellen kann. Deshalb ist ein fundiertes Wissen über seine Motive und die Natur von größter Bedeutung. Das ist der Grund, warum ich gerne mit Paramo zusammen arbeite – einem der wenigen Outdoorkleidungshersteller, die großen Wert auf nachhaltige Produktion legen, die obendrein frei von PFC-Behandlungen ist. Dies ist leider nicht selbstverständlich. Bei solchen Touren schützt mich vor Wind und Regen die neue Enduro Serie. Es ist schön, einen Partner zu haben, dem auch die Natur am Herzen liegt.

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Radomir Jakubowski, Naturfotograf
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