WETTERSCHUTZ OHNE SCHADSTOFFE


Toxische per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) sind leider weit verbreitet in der Produktion von Outdoorbekleidung—mit ernstzunehmenden Folgen für Mensch, Tier und Umwelt.

Nach den Berichten „Chemie für jedes Wetter“ und „Chemie für Gipfelstürmer" in 2012 und 2013 machte Greenpeace im aktuellen Report „Chemie in unberührter Natur“ 2015 erneut auf die weitverbreitete Verwendung von PFC in der Outdoor-Branche aufmerksam.

PFC sind eine Stoffgruppe mit sehr nützlichen wasser- und ölabweisenden Eigenschaften; daher werden diese Chemikalien oft in der Herstellung von Outdoor-Bekleidung benutzt. Allerdings haben sie auch sehr unerwünschte Eigenschaften: alle PFC-Stoffe bleiben in der Umwelt enthalten, da sie nicht biologisch abbaubar sind. Einige PFC sind bio-akkumulativ, d.h. sie reichen sich im Körper an. Immer mehr Forschungsergebnisse zeigen, dass PFC mit einer Reihe an Gesundheitsrisiken in Zusammenhang gebracht werden kann, u.a. ein geschädigtes Immunsystem bei Kindern1, erhöhtes Brustkrebsrisiko2 und eingeschränkte Fruchtbarkeit3.

Die unmittelbare Gefahr für den Verbraucher durch die Benutzung von Kleidung, die mit PFC hergestellt wurde, ist minimal—besonders im Vergleich zur Verwendung von einem Imprägnier-Spray auf PFC-Basis im Haushalt. Aber das Herstellungsverfahren für PFC-haltige Kleidung ist verantwortlich für die Freisetzung dieser Stoffe ins Grundwasser. Da PFC umweltpersistent sind und sich sehr schnell durch Luft und Wasser verbreiten, trägt die Freisetzung dieser Chemikalien zu einer globalen Hintergrundbelastung für jedermann bei. Aus diesem Grund sind wir der festen Meinung, dass PFC komplett aus dem Herstellungsprozess und Pflege von Outdoorbekleidung ausgeschlossen werden müssen.

Páramo® und Nikwax® bieten die sichere und effektive Alternative

Die Ergebnisse des Greenpeace-Berichts waren keine Überraschung für unseren Gründer und CEO, Nick Brown, der als Leiter unserer Schwesterfirma Nikwax ein ausgesprochener Kritiker von PFC in der Outdoor-Branche ist. Nikwax spezialisiert sich auf Imprägniermittel und hat aufgrund des Gesundheitsrisikos für den Verbraucher die Verwendung von PFC schon immer abgelehnt.

Die Imprägnier- und Pflegemittel von Nikwax werden aus hochwertigen Rohstoffen in einer eigenen Anlage in Großbritannien hergestellt, sodass 100% sichergestellt werden kann, dass keine PFC verwendet werden. Im Gegensatz dazu hat Páramo als Bekleidungshersteller komplexe Lieferketten mit Textilfabriken, die in der ganzen Welt verteilt sind; das macht es zu einer großen Herausforderung, nachzuverfolgen mit welchen Chemikalien die Stoffe, die wir kaufen, behandelt worden sind.

Als Antwort auf diese Herausforderung haben wir nun eine Lösung gefunden, um zu gewähren, dass unsere Bekleidung in der gesamten Lieferkette frei von PFC-Behandlungen ist. Wir geben unseren Lieferanten genaue Anweisungen für die Textilherstellung, führen strenge Fluoranalysen durch und verwenden die langbewährten Imprägnierungen von Nikwax, auf die wir vertrauen können.

Was bedeutet ,PFC-frei’ bei Páramo?

Wenn wir davon sprechen, dass Páramo Produkte PFC-frei sind, bedeutet das, dass kein PFC bei der Herstellung verwendet wurde. Allerdings sind PFC mittlerweile so in der Umwelt verbreitet, dass sogar das Wasser, das wir aus dem Wasserhahn trinken, ein kleines Maß an Verschmutzung enthält. Dieser Grad der Verunreinigung kann leider nicht vermieden werden.

Wir sorgen dafür, dass unsere Textil-Lieferanten keine PFC verwenden, indem wir jede Stoffprobe testen, die wir bestellen. PFC ist eine riesige Stoffgruppe von verschiedenen Chemikalien und Tests für jeden einzelnen Komponenten sind daher nicht möglich. Wir testen die Stoffe auf das Vorhandensein von Fluor, welches das bestimmende Element aller PFCs ist. Wenn unsere Tests zeigen, dass elementares Fluor einen gewissen Grenzwert nicht überschreitet, dann können wir auch sicher sein, dass keine PFC vorhanden sind. Unser aktueller Fluor-Grenzwert für Textilien ist 0,007% Massenanteil. Besteht eine Stoffprobe diesen Test nicht, dann wird sie abgelehnt und zurück an den Lieferanten geschickt.

Alle in Deutschland erhältlichen Páramo Produkte sind PFC-frei

Diese Methodik wurde 2014, parallel mit unserem Markteintritt in Deutschland, eingeführt. In Deutschland werden nur Produkte verkauft, die diese Tests durchlaufen sind und daher garantiert keine PFC enthalten. Das bedeutet vorübergehend, dass das Sortiment im Vereinigten Königreich etwas größer ist als die Auswahl in Deutschland, bis die Testmethode auf alle existierenden Produkte angewandt wurde. Mit der Zeit wird das Produktangebot allerdings angeglichen werden.

Páramo verpflichtet sich zum Detox

Im Januar 2016 erschien ein neuer Greenpeace Bericht, „Leaving Traces” in dem 40 von Verbrauchern gewählte Outdoorprodukte auf PFC untersucht wurden. Leider erwiesen sich nur 4 von den 40 Produkten als tatsächlich PFC-frei. Die Outdoorbranche ist noch nicht bereit, sich von den gefährlichen Chemikalien zu trennen, da sie befürchten, dass PFC-freie Produkte nicht denselben Schutz in extremen Bedingungen bieten können. Páramo beweist mit seinen Produkten das Gegenteil—leistungsstarke Outdoorbekleidung ohne PFC ist sehr gut möglich. Die Greenpeace-Forscher trugen unsere Bekleidung bei Ihren Datensammlungen in den entferntesten Gebieten der Welt, sogar über 5000m Höhe, und waren mit der Funktion sehr zufrieden.

Seit Januar 2016 ist Páramo der erste Outdoorhersteller, der sich zum Detox vepflichtet hat. Das bedeutet, dass wir gefährliche Chemikalien nachweislich und nachhaltig aus unserer Lieferkette entfernen werden. Lesen Sie mehr.

1 Grandjean, Phillipe, Elizabeth Wrefrord Anderson, Esben Budtz-Jorgensen, Flemming Nielsen, Kare Molbak, Pal Weihe, and Carsten Heilmann. "Serum Vaccine Antibody Concentrations in Children Exposed to Perfluorinated Compounds." The Journal of the American Medical Association 307 (2012): 391-97. (hier online erhältlich)

2 Bonefeld-Jorgensen, Eva C., Manhai Long, Rossana Bossi, Pierre Ayotte, Gert Asmund, Tanja Kruger, Mandana Ghisari, Gert Mulvad, Peder Kern, Peter Nzulumiki, and Eric Dewailly. "Perfluorinated compounds are related to breast cancer risk in Greenlandic Inuit: A case control study." Environmental Health 10 (2011): 88. (hier online erhältlich)

3 Fei, C., J. K. McLaughlin, L. Lipworth, and J. Olsen. "Maternal levels of perfluorinated chemicals and subfecundity." Human Reproduction 24 (2009): 1200-205. (hier online erhältlich)